Die Geschichte und der Betriebsablauf von Gut Wilhelmsdorf
Seit 1995 wird der Betrieb Gut Wilhelmsdorf nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Das bedeutet: keine Pestizide, wirtschafteigene Düngemittel, eigene Futtererzeugung, artgerechte Tierhaltung mit viel Stroh im Stall und Weidegang. Von den 310 ha sind 210 ha Ackerflächen; hier werden in einer vielfältigen Fruchtfolge Futterpflanzen, Getreide und Kartoffeln angebaut. 100 ha sind reine Wiesen und Weiden für die 170 Kühe und die Jungrinder.
Mit der Biogasanlage wird Strom aus Mist, Gülle und Pflanzenresten produziert. Die bei der Zersetzung der biologischen Abfälle entstehende Wärme wird in das Heizungssystem eines nahegelegenen Altenwohnheims geleitet. Der entstehende Strom wird für einen auf 20 Jahre festgelegten Preis pro Kilowattstunde in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
Die Eigentümer des Gut Wilhelmsdorf (Herr Schumacher und Herr Berger) betreiben außerdem eine Hofmolkerei, einen Hofladen mit Bioprodukten und einen Lieferservice für ökologisch erzeugte Produkte. Im letzten Jahr (2008) wurde nicht nur eine Halle für die Kühe errichtet sondern auch eine Photovoltaikanlage. Die Anlage mit einer Gesamtfläche von 1200qm wird von der Holler-Solarpark GmbH betrieben.
www.gut-wilhelmsdorf.de
Einige Grundlagen zur Energiegewinnung mit Biogasanlagen
Was ist Biogas und wie entsteht es?
Biogas (auch Sumpfgas oder Faulgas) ist ein Gasgemisch, das beim bakteriellen Abbau von organischem Material unter Luftabschluss in der Vergärung entsteht. Man versteht darunter ein brennbares Mischgas, das vorwiegend aus Methan besteht (ca. 70%). Methan ist farblos, geruchlos und bei Zimmertemperatur gasförmig.
Wie entsteht aus Biogas Strom und Wärme?
Das bei dem Faulungsprozess entstandene Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verbrannt. Bei der Verbrennung entsteht Wärme (ca. 2/3) und Strom (ca. 1/3). Wenn die bei der Stromerzeugung grundsätzlich anfallende Wärme ausgekoppelt und genutzt wird, spricht man von Kraft-Wärme-Kopplung. Die Wärme fließt dabei in das Nah- oder Fernwärmenetz und kann ganze Wohngebiete mit Heizenergie versorgen (siehe bei Gut Wilhelmsdorf das nahe gelegene Altenwohnheim). Dadurch werden sehr hohe Wirkungsgrade erzielt, was zu einer besonders effizienten Energieausnutzung führt.
Vorteile einer Biogasanlage
- effiziente und sinnvolle Entsorgung von Biomasse wie Mist, Gülle, Pflanzenresten
- keine Methan- und Ammoniak-Emmisionen, d.h., weniger Treibhausgase
- kein Restmüll, da Gärreste als Dünger verwendet werden können (geruchsneutral)
- durch Nutzung können Entsorgungskosten reduziert werden.